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Solch ein langes Bandleben wie das von In Extremo ist ja mittlerweile schon ungewöhnlich. So ist es nun auch wieder mehr als eine Ewigkeit her, dass die kleine Spielmanns- und Gauklertruppe eines Tages wieder einmal kühne Pläne schmiedete und sich anschließend kurzerhand zu einer Rockband selbigen Namens vergrößerte. Schließlich war man auch zu Beginn schon immer gut für Überraschungen. Nicht etwa die Traditionspflege oder gar die Authentizität mittelalterlicher Musik hatte man sich – sehr zum Ärger der Marktveranstalter – auf die Fahnen geschrieben, sondern man wollte etwas völlig Neues ausprobieren und vor allem selbst Spaß daran haben.
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So kam es schließlich, dass man sich 1995 mit etwas seltsam anmutenden silberfarbenen Kosmonautenanzügen schmückte und fortan mit unüberhörbarer Lautstärke von Stadt zu Stadt zog. Dass man mit diesem Konzept jemals Erfolg haben würde, war eigentlich nicht eingeplant, doch er ließ nicht lange auf sich warten. Man lernte, auch unter Schmerzen, mit dem Feuer umzugehen, der Tross vergrößerte sich stetig und erheblich und so manches Mal wunderte man sich, dass man vor nicht allzu langer Zeit noch mit einem verbeulten Ford Transit unterwegs war, den man der Stadtreinigung für wenig Geld einst abgeschwatzt hatte. Die Hallen wurden plötzlich größer, die Festivals interessanter und auch das Ausland wollte zunehmend wissen, was diese merkwürdigen Deutschen denn da so trieben...
Was war passiert? Der Titel ihrer 1999 erschienenen CD „Verehrt und angespien“ beschreibt die Situation vielleicht am besten: In Extremo polarisieren, sie werden abgöttisch verehrt oder ignoriert, man hält sie für die beste Band der Welt oder aber für den Untergang der abendländischen Kultur. Sie sind extrem - in jeder Hinsicht.
Sieben Studio-, drei Livealben, einer BestOf und zwei DVDs später (Stand 2008) gehören In Extremo zu den ganz Großen der Mittelalter-Rock-Szene. Und wohin die weitere Reise geht? Das kann niemand sagen. Nur eines ist wohl sicher: In Extremo werden ihrem Namen weiterhin alle Ehre machen.
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